
Change als Chance – Wie interne Kommunikation während Veränderungsprozessen für Sicherheit sorgt
Die deutsche Industrie steht derzeit unter Druck: Umstrukturierungen, Neuausrichtungen und Stellenabbau stellen Unternehmen vor die Herausforderung, Prozesse so zu kommunizieren, dass sie von der Belegschaft verstanden, akzeptiert und mitgetragen werden. Eine aktuelle Studie der RWTH Aachen (2024) zeigt: Mitarbeitende in der Produktion bewerten gute Kommunikation (91 %), Wertschätzung (90 %) und faire Bezahlung (92 %) nahezu gleich hoch. Dies unterstreicht, wie zentral ein Dialog auf Augenhöhe für Motivation und Bindung ist.
Die Vermittlung von Informationen erweist sich gerade im Produktionsbereich jedoch als anspruchsvoll: Schichtarbeit, eingeschränkter Zugang zu digitalen Kanälen und begrenzte Zeitressourcen erschweren Formate, die auf Beteiligung setzen. Dabei ist gute Kommunikation gerade bei Veränderungsprozessen elementar für die Akzeptanz und den Erfolg von Maßnahmen.
Zentrale Prinzipien für Change-Kommunikation
Viele Unternehmen machen den Fehler, Transformationsprozesse nach dem Prinzip der „Gießkanne“ zu verkünden, ohne die spezifischen Realitäten in der Produktion zu berücksichtigen. Strategische Botschaften wirken wenig überzeugend, wenn sie nicht an den Alltag der Mitarbeitenden anschließen. Damit Veränderungsprozesse gelingen, sind drei Faktoren besonders entscheidend: Transparenz, Empathie und die frühzeitige Einbindung von Entscheidungsträgern.
Bevor Botschaften nach außen oder breit in die Organisation getragen werden, benötigen Führungskräfte ein klares Verständnis und konkrete Leitlinien für die Kommunikation mit ihren Teams. Erst durch direkte Gespräche, konstruktive Gruppenformate und gezielte Mitarbeiterdialoge entstehen Nähe und Glaubwürdigkeit, die für Akzeptanz sorgen. Persönliche Ansprache bleibt deshalb auch in Zeiten des technologischen Wandels unverzichtbar.
Mitarbeiter-Apps, Podcasts und Beiträge im Firmenintranet bieten die Möglichkeit, die Vorteile von Anpassungsmaßnahmen allen Beteiligten zu vermitteln und damit auch der Verbreitung von Fehlinformationen und Gerüchten vorzubeugen. Wenn diese Aspekte ernst genommen werden und in eine kontinuierliche Agenda münden, entstehen Inhalte, die nicht nur informieren, sondern motivieren und Rückhalt schaffen.
